Bestatter-ABC: V wie Verstorbenen-Versorgung

Bestatter-ABC: V wie Verstorbenen-Versorgung

Für uns ist die Verstorbenen-Versorgung ein wichtiger Teil unserer Arbeit, ein Akt der Wertschätzung und der letzte persönliche Dienst, den wir einem Menschen erweisen dürfen. Die hygienische Grundversorgung ist die Basis dafür, dass ein Abschied am offenen Sarg möglich ist. Wir möchten eine Atmosphäre schaffen, in der Angehörige keine Angst vor der Begegnung haben müssen.

Ein gepflegtes, vertrautes Erscheinungsbild hilft dabei, das Bild von Krankheit und Leid durch ein Bild von Frieden zu ersetzen. Für die Angehörigen ist die Abschiednahme meist der erste wichtige Schritt auf dem langen Weg der Trauerbewältigung – und deshalb begleiten wir diesen Schritt herzlich und mit fachlicher Kompetenz.

Bei der Versorgung von Verstorbenen geht es darum, den Spuren von Krankheit und Erschöpfung sanft entgegenzuwirken. Dabei nehmen wir uns die Zeit, um den Verstorbenen sorgfältig für den Abschied  vorzubereiten:

  • Der Körper wird desinfiziert und gewaschen, wir entfernen medizinische Rückstände wie Katheter, Kanülen oder Pflaster.
  • Wir sorgen dafür, dass Mund und Augen geschlossen sind. Ziel ist ein friedlicher, schlafähnlicher Ausdruck, der den Hinterbliebenen den Abschied erleichtert.
  • Wir setzen kleine Akzente: Ob die vertraute Frisur, die Rasur oder eine dezente kosmetische Pflege – wir achten darauf, dass der Verstorbene so aussieht, wie ihn seine Liebsten in Erinnerung haben.

Kleidung ist Ausdruck der Persönlichkeit. Der geliebte Strickpulli, das elegante Kleid oder der Jogging-Anzug, Kleidung, die die verstorbene Person gerne getragen hat, erzählen eine Geschichte und sie machen den Verstorbenen beim letzten Abschied authentisch. Es ist kein Fremder, der da im Sarg liegt, sondern genau der Mensch, den man kannte und liebte.

Checkliste: Was wir für die persönliche Versorgung benötigen

Um den Verstorbenen so vorzubereiten, wie er zu Lebzeiten war, hilft es uns sehr, wenn Sie uns einige persönliche Dinge bereitstellen. Hier ist eine kleine Orientierungshilfe:

  • Unterwäsche: Ein komplettes Set (Unterwäsche, Socken oder Strumpfhose).
  • Oberbekleidung: Das Outfit, in dem sich der Verstorbene am wohlsten gefühlt hat – ob der gemütliche Strickpulli, das Lieblingshemd, das festliche Kleid oder der Jogging-Anzug….. Achten Sie darauf, dass die Kleidung nicht zu eng sitzt, da das Ankleiden so würdevoller erfolgen kann. Gerade nach einer Obduktion achten Sie bitt auf hochgeschlossene und langärmelige Oberbekleidung. Machen Sie sich keine Sorgen um den Zustand der Kleidung. Es muss nichts Neues gekauft werden. Das Vertraute ist oft viel stimmiger als das Perfekte.
  • Naturfasern: Achten Sie bitte bei der Erdbestattung nach Möglichkeit auf vergängliche Naturfasern (Baumwolle oder Leinen), da Kunstfasern unvergänglich sind und die Verwesung beeinträchtigen.
  • Zahnprothesen: Diese sind besonders wichtig, um die natürliche Gesichtsform zu erhalten.
  • Keine Schuhe: Schuhe sind meist aus unvergänglichem Material, daher sollte sowohl bei der Erdbestattung als auch bei der Feuerbestattung nach Möglichkeit darauf verzichtet werden.
  • Kosmetik & Duft: Wenn ein bestimmtes Parfum, ein Lippenstift oder eine spezielle Creme typisch waren, nutzen wir diese gerne für die letzte Pflege.
  • Persönliche Beigaben: Kleine Erinnerungsstücke wie Briefe, Fotos, ein Kuscheltier oder ein Rosenkranz können gerne mit in den Sarg gegeben werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, Lieblingskissen oder Decke (wie im Foto links)als Sargeinbettung  mitzubringen.

Foto: Ch. Pernlochner (Herzlichen Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung an Christian G.)

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